Sophie Martinetz hat zum Thema Blockchain und Smart Contracts eingeladen und viele Juristen, Entrepreneure und IT-ler fanden sich zu einem großartigem Meetup ein.

Andreas Mätzler eröffnete das Event mit seinem Vortrag zum Thema und sorgte damit für eine solide Grundlage für die nachfolgende Diskussion.

Eingangs zeigte Andreas die Unterteilung der Blockchains in öffentlich/privat sowie permissionless/permissioned in einer 2×2 Matrix. Bitcoin ist öffentlich und permissionless, hingegen ist bspw. Bigchaindb permissioned und kann öffentlich oder privat betrieben werden.

Andreas beschrieb Smart Contracts als selbst ausführende Verträge, brachte als Beispiel die automatische Teil-Rückerstattung bei Flugverspätungen und zitierte Florian Glatz mit dessen Definition eines Smart Contracts als „Automatisierung der Rechtsfolgen“.

Weiters ging er auf die Herausforderung Semantik vs. Code ein und erwähnte an dieser Stelle Arbeiten von Wirtschafts-Nobelpreisträger Holmström & Hart sowie dem Entreprenure Wong Meng Weng. Er zeigte damit das Spannungsfeld auf, welches zwischen Verträgen, die nie vollständig sein können und Code, der deterministisch ist, herrscht.

Am Schluss beschrieb Andreas einige Anwendungsgebiete, zum Beispiel Grundbuch mit Blockchain in Schweden, Firmenbuch, Regulierungen in der EU (RegTech), Pass/ID Verifikation und Logistik.

In der darauf folgenden, lebendigen Diskussion wurden Probleme besprochen, Definitionen hinterfragt und gefestigt, Erfahrungen und Meinungen ausgetauscht.

Angesprochen wurde der DAO-Hack von Ethereum und die damit verbundene Frage der Haftung, welche sich auch für die Implementierung eines Smart Contracts stellt. Gibt es überhaupt einen „falschen Code“? Die Vertrags-Parteien haben sich ja auf den Smart Contract und dessen Code geeinigt, und: „ein Vertrag hat nur eine Seite“ 😉

Ist der Smart Contract komplett, oder gibt es noch einen Offline Vertrag dazu. Braucht es einen Sekundärspeicher um große Dateien, bspw. Grundrisse, zu referenzieren?

Herausfordernd sind auch Zusätze zum Vertrag, zum Beispiel die Verlängerung der Gewährleistungszeit.

Allgemein gesehen ist die Verifizierung von natürlicher Sprache bzw. die Prüfung eines Vertrages auf Vollständigkeit für absolute Rechtssicherheit ein ungelöstes Problem und es bleibt fraglich ob die IT auf dieses grundsätzliche Problem eine Antwort wird liefern können. Vielleicht mit einer Rechtsprogrammiersprache von Wong?

Die Thematik Datenschutzgesetz und Blockchain wurde übereinstimmend als ungelöst zur Kenntnis genommen. Es wurde aber erwähnt, dass in anderen Ländern Zugriffe auf sensible Patientendaten bereits mittels privater Blockchain protokolliert werden.

Nach der gelungenen Diskussion ging es dann zum letzten Teil des Abends, dem Networking.

Danke an alle für den tollen Abend!

Link zum Meetup: https://www.meetup.com/de-DE/Elastic-Usergroup-Vienna/events/236871301/